Vielfalt statt Einfalt.

Unser Themenschwerpunkt 2015 liegt auf alten Sorten und Raritäten. Auch wir schreiben Vieltfalt groß und möchten diese in Karls Garten erlebbar machen.

Aber warum ist die Erhaltung alter Sorten denn eigentlich so wichtig? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. In Zeiten des Klimawandels ist genetische Vielfalt wichtig damit die Welternährung sichergestellt werden kann. Der Klimawandel stellt Pflanzenzüchtung vor große Herausforderungen, eine Änderung der Anbaubedingungen und extreme Wetterereignisse fordern sehr robuste Sorten. Genetische Vielfalt bringt in der Pflanzenzüchtung mehr Auswahl und damit mehr Kombinationsmöglichkeiten und bessere Chancen Sorten zu entwickeln die den neuen Anbaubedingungen trotzen können.
Gleichzeit haben sich alte Sorten meist über Jahrzehnte auf regionaler Ebene etabliert und sich dadurch an die örtlichen Bedingungen gut angepasst. Auch dies birgt ein großes Potenzial für die Sicherstellung der unserer Nahrungsmittelproduktion. Während bereits die Standortanpassung der Sorten einen geringeren Einsatz an Pflanzenschutzmitteln erforderlich macht, wird durch den Anbau von Vielfalt  eben das weiter unterstützt. Vielfalt heißt verschiedener Geschmack, Aroma aber auch verschiedene Inhaltsstoffe im Gemüse. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei und ausgewogene Ernährung wird damit zum Kinderspiel.

Alte Sorten und Raritäten sind auch bei SPAR seit Jahren ein zentrales Thema und mit der Eigenmarke SPAR wie früher werden alte Sorten wieder revitalisiert. Mit unserer Kooperation wollen wir zeigen wie diese alten Sorten in Karls Garten wachsen und diese Vielfalt ein Stück weiter zugänglich machen. Zudem stammen weitere Samen und Pflanzen aus der Zusammenarbeit mit Arche Noah, der Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihre Entwicklung. Mithilfe dieser zeigen wir die  Vielfalt innerhalb einer Gemüseart, beispielsweise bauen wir zehn Kartoffelsorten an, manche sind blau, manche gelb oder rotgefleckt, andere sind weiß mit roter Schale. Neben der roten Emma und rosa Zapfen sind auch Klassiker wie blaue Elise und Sieglinde bei den Kartoffelsorten mit dabei.

 

Karls Garten ist umsäumt von einer Maiswand, die zehn Sorten zeigen ebenfalls ein farbenreiches Spektrum und auch in der Wuchsform und der späteren Nutzung sind sie recht unterschiedlich. In diesem Jahr werden wir auf die Weiterverarbeitung des Eigenanbaus näher eingehen und neben der Pflanzenvielfalt zeigen wir im Schaugarten auch unterschiedliche Arten des Anbaus. Beispielsweise bei der Tomate: Im Hochbeet auf Stroh gebettete Tomaten werden ohne hochbinden im Liegen kultiviert. Die aus Stroh und Gitter gebauten Strohtürmchen beheimaten sowohl Tomatenpflanzen aber auch Kartoffeln. Unser vertikaler Garten wird dieses Jahr um neue Elemente erweitert, wobei jeweils zwei Pflanzen aus einem Topf wachsen – eine Tomatepflanze nach unten und die Kräuter nach oben.
Die Tomaten selbst stammen aus dem Burgenland, vom Paradeiserkönig Stekovics. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Anbau von Tomaten und besitzt über 1000 Tomatensorten. Im warmen Klima des Burgenlands liegen seine vielen Tomatensorten auf Stroh direkt am Feld, dem wollen wirs heuer gleichtun und sehen ob dies auch bei Wiener Klima möglich ist. Ausprobiert werden unter anderem die mittelgroße orange Tomate (Justens Gelber), die schwarze Cherrytomate (Black Cherry) oder die herzhafte rote Fleischtomate (Rotes Ochensenherz) und viele viele mehr. Um sie alle näher kennenzulernen, komm doch einfach bei in den Garten.

 

So wächst Karls Garten im Jahr 2015.


Verfasst am März 26, 2015

Pflanzenfreundschaften

Schwerpunkt 2017
Tipps findest du hier und im Karls Garten.

Mehr Informationen

Forschung

Der Verein Karls Garten sucht motivierte StudentInnen, die ihre Bachelor- oder Masterarbeit zu einem ausgewählten Thema im Karls Garten schreiben möchten.

Mehr Informationen